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Vorwort

Das Künstlerduo Coolpool, Daisy Gold und Manfredo Weihs beschäftigt sich mit der Verbindung und Kombination der Kunstformen Malerei und Fotografie.

Zwei Kunstformen – zwei Künstler – zwei unterschiedliche Betrachtungswinkel und Herangehensweisen.

Behutsam werden bereits in der Entwicklungsphase die hervorstechenden Merkmale des jeweiligen Arbeits–zyklus von beiden Künstlern gemeinsam ausgearbeitet und verfeinert. Die zufällig anmutenden Ergebnisse liegen einer langen Planung zugrunde und lassen dennoch Raum für sich ergebende Strukturen.

Als Grundlage für die Konzeption dienen jeweils unter–schiedlichste Themen aus der Natur, von Körpern, Gesichtern oder künstlich geschaffenen Abläufen.

ARS GENESIS:

Beispielsweise wird der Auftau-Prozess von in Eisblöcken eingefrorenem Obst in all seinen Stadien von Manfredo Weihs fotografisch festgehalten, anschliessend die in Frage kommenden Fotos gemeinsam ausgewählt und die passenden Leinwandformate festgelegt. 

Die Leinwände werden nun von Daisy Gold in einem Mal–prozess, atmosphärisch abgestimmt auf die jeweiligen Fotomotive, mittels Ölfarben bemalt und vorbereitet – hiermit entsteht Unikat-Teil 1.

Das Atelier wird jetzt in eine überdimensionale Dunkel–kammer umgewandelt. Auf die bereits gestalteten Lein–wände wird nun eine orthochromatische Fotoemulsion aufgetragen, die von Manfredo Weihs mittels Vergrös–serer in unterschiedlicher Dauer belichtet wird. Darauf–hin folgt das klassische Dunkelkammerverfahren des Entwickelns. Stoppen, Fixieren, Wässern und Trocknen der belichteten Leinwände – ergibt Unikat-Teil 2. 

Es folgt, wenn das Bild es verlangt, die malerische, künstlerische Fortsetzung durch Daisy Gold, die das jeweilige Bild, teilweise oder zur Gänze, mit Ölfarben akzentuiert, verschleiert, verändert oder betont – bildet Unikat-Teil 3 und das somit fertige Werk. 

Realismus wird zur Abstraktion und wieder real oder weiter abstrahiert, je nachdem was die beiden Künstler in den geschaffenen Werken sehen oder entdecken, hervorheben oder verstecken wollen.

Die abstrahierende Kunst von Daisy Gold und Manfredo Weihs ist ein Vorgang, der vom naturalistischen Abbild ausgeht und dabei das Naturbild benutzt, um es in einer Kunst des Weglassens zu gestalten. Die Grenze des Abstrahierens ist dabei fließend. Weder das abstrahierende Abbild der Natur, noch eine reine gestaltende abstrakte Kunst muss das letztendliche Ergebnis ihrer Bilddarstellung sein. Innerhalb dieser beiden Parameter ist die Bildidee enthalten.

Für den Betrachter der Arbeiten sind viele Ebenen wahr–zunehmen und eine große Anzahl von Darstellungen herauszusehen. Die Feinheit der Schattierungen und der behutsame Umgang mit den Chemikalien bei der Belichtung und Entwicklung der Fotos auf die Leinwand, ebenso die einfühlsame Unter-, bzw. Kolorierung oder Übermalung mit den Ölfarben bringen Elemente der Kunst zu Tage, die es in dieser Form weltweit nirgendwo anders zu sehen gibt. Licht und Schatten bekommen eine neue Dimension durch Farbe und Schattierung der Farben in Kombination mit den belichteten Farbflächen der Fotografie. Es ist kaum noch zu unterscheiden, welche Teile des Bildes von der Fotografie stammen und welche von der Malerei. Ein homogenes, in sich verschmolzenes Gesamtwerk zweier Künstler stellt sich der kritischen Wahrnehmung des Betrachters.

Die künstlerische Synthese zwischen Daisy Gold und Manfredo Weihs bringt eine absolute Novität ins Kunstgeschehen und ist bislang einzigartig am Kunstmarkt. Jedes Werk ist ein unwiederbringliches Unikat, das durch eine lange Reihe von vom Künstlerduo gemeinsam durchgeführten Prozessen, in vielen, aufwendigen Arbeitsschritten geschaffen wird. Für jede Ausstellung wird ein neuer, kreativer Zyklus ausgearbeitet und ein weiteres Thema stilisiert.

MMag. Manfred Hoschek

Galerist & Kurator

Daisy Gold

„Fantasie ist wichtiger als Wissen,

denn Wissen ist begrenzt.“

Albert Einstein

Neben meiner Arbeit als Grafikdesignerin begann ich meine ersten Versuche mit Ölfarbe auf Leinwand.

Mit der Zeit verlagerte ich meinen Schwerpunkt auf Illustration, insbesondere auf das Illustrieren von Biologiebüchern.

Im Jahr 2011 lernte ich eine Künstlerin kennen, die mir die altmeisterliche Technik der Ölmalerei zeigte.

Im Sommer darauf hatte ich bereits meine erste Solo-Ausstellung mit dem Titel „Blicke“ und im Herbst war ich auf der Metropolitain Art Fair mit meinen Bildern präsent.

Ich war gerade mit den Bildern für meine nächste Ausstellung „OhneZwischenraum“ beschäftigt, als ich Manfredo Weihs, meinen jetzigen Kollegen, kennenlernte. Er hatte bereits im Frühjahr 2012 eine Solo-Ausstellung „see me – feel me“ in der Galerie St.Art in Wien.

Den Anstoß für unsere Zusammenarbeit gab der Galerist und Kurator MMag. Manfred Hoschek. Er kannte uns und unsere Bilder und meinte, wir sollen doch mal was gemeinsam machen.

Wir begannen mit Manfredos SW-Polaroids, die wir auf Leinwand drucken liessen und die ich dann mit Ölfarben kolorierte. Es kamen Details heraus, die in der SW-Version unsichtbar waren.

Jedes Kind braucht einen Namen, auch unsere gemein–samen Werke. Was waren sie? Kolorierte Polaroids!

Mein Mann Christoph war es schließlich, der den Namen „coolpool“ einbrachte.

Die Formel von Coolpool:

„ Lautschrift: [ku:lpu:l]

Abstammung: coloured polaroid

=> coloured polaroid = col pol

=> c + Ø + ol po + Ø + l  = CØOLPOØL „

Die erste gemeinsame Ausstellung, „OhneZwischen–raum“ und „Coolpool“, war ein großer Erfolg.

Kurz darauf fanden wir auch schon ideale Räumlichkeiten für unser Atelier. Nach einer intensiven Umbauphase eröffneten wir bereits Ende 2013 mit unserer ersten Atelier-Vernissage „80 Ziegel – 4 Elemente – 2 Künstler – 1 Atelier“.

Wir lieben unser Atelier. Es ist ein Ort, der sehr wandelbar ist. Hier wird nicht nur gemalt und fotografiert, einmal ist er Werkstatt und dann wieder Galerie. Er ist langsam gewachsen, nicht an Größe, sondern durch viele kleine Details.

Wir haben beide ein Faible für alte und skurrile Dinge. Ob aus der Natur, wie Steine und Wurzeln, aber auch verrostetes Werkzeug, Hobel und Gartengeräte, sogar eine Wasserpumpe findet man in einer der vielen Ecken des Ateliers. Immer wieder passen wir durch kleine Umbau- und Tischlerarbeiten, wie z. B.  für Lichtsysteme, Bilderregal, Werkstatt und Lager, die Räume an unsere Bedürfnisse an.

Erwähnen sollte man auch Manfredos Begeisterung für das Kochen, die sich auch durch die nur sehr kleine Kochnische nicht unterkriegen lässt.

Unser Umfeld prägt uns, sowohl die Menschen als auch der Umgang mit den alltäglichen Dingen des Lebens.

Nicht nur eine Person, auch ein Wassertropfen kann eine Geschichte erzählen. Meist sind es die kleinen Dinge und deren Details, die in unseren Bildern Bedeutung und eine ganz besondere Aufmerksamkeit erhalten. Winzige Ausschnitte werden überdimensional vergrößert und lassen uns somit vieles aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Im Dunkeln ist alles farb- und formlos. Erst das Licht gibt Farben und Formen preis. Aber es kann auch manipulieren, egal ob mit der Kamera oder mit dem Pinsel festgehalten.

Es entsteht ein Spiel zwischen Sein und Schein.

All dies spiegelt sich in unseren Bildern wider. Sie sind ein Abbild unseres Geistes, wie wir die Welt sehen und erleben – immer wieder wandelbar und mit sehr viel Fantasie.

 

Manfredo Weihs

Wie würde ich mich beschreiben?

Meine Eltern haben mich in eine Fotoemulsion getaucht und anschließend entwickelt.

Fotografie hat für mich einen sehr großen Stellenwert und wird es immer haben.

Wenn ich zurückblicke, bevor ich Daisy Gold kennen–lernen durfte, könnte ich ein ganzes Buch darüber schreiben, welche Menschen, Orte und Dinge ich schon fotografierte.

Ich fing in einer Zeit zu fotografieren an, als es noch keine Digitalkamera, geschweige denn, Computer gab. Analoge SW-Fotos entwickelte ich selbst. Das Bade–zimmer meiner Eltern war meine Dunkelkammer. Auf der Badewanne lagen eine Holzplatte mit dem SW-Vergrößerer und die Chemiewannen. Die sicherlich aus vielen alten Filmen bekannte rote Lampe diente der Beleuchtung – natürlich in einer Klemmfassung! Wer ins Badezimmer wollte, musste zunächst anklopfen und hörte meist, „Jetzt nicht, hab noch Rotlicht!“.

Tja, so sahen sie aus, meine ersten spannenden Erfahrungen mit der Fotografie. Und aus meiner Leiden–schaft wurde mein Beruf. Mit allen positiven, aber auch negativen Auswirkungen. Es folgten aufregende Jahre und zahllose Aufträge. Wie gesagt, ich könnte viele Buchseiten damit füllen.

Ein wichtiger kreativer Abschnitt in meinem Leben, es war die Zeit des Millenniumwechsels, war meine experimentelle Arbeit mit dem Medium „SW-Polaroid“. Ich erschuf dabei phantastische „Lichtwesen“, die schließlich das Ausgangsmaterial für die Ausstellung „see me – feel me“ ergaben.

Neben der künstlerischen Fotografie hatte ich das Glück auch bei den Auftragsarbeiten einen wahren Höhenflug zu erleben. Ich war ein gern und eben daher auch gut gebuchter Fotograf.

Was dann folgte, der Siegeszug der professionellen Digitalfotografie, war wie eine Revolution. Diese brachte einen ganz entscheidenden Unterschied beim Herangehen ans Motiv. Das Sehen. Analoge Fotografie zeichnet sich durch überlegte, inszenierte, also auf den Punkt gebrachte Arbeit aus. Es ist dieser eine magische Moment, der ein Bild gut werden lässt. Oder eben auch genial. Bei der digitalen Fotografie tritt dieser „magische Moment“ in den Hintergrund. Vereinfacht gesagt, erkauft man sich den entscheidenden Moment schlicht und einfach durch oftmaliges abdrücken. Solange, bis die Speicherkarte voll ist.

Diese Umstellung, und die Tatsache ab sofort mit Digitalkamera und Computer bewaffnet sein zu müssen, war für mich nicht einfach. Ich, der Fotograf, wurde zur Maschine. Die digitale Welt, die Arbeit mit der Digital–kamera, machte mich zur Maschine.

Zumindest erlebte ich das so, als ob eine Welt zerbrach. Und es hätte mich nicht gewundert, wenn sich die Prophezeiung, dass im Jahr 2012 die Welt untergehen sollte, erfüllt hätte.

Aber die Welt ging nicht unter.

Genau in dieser Zeit lernte ich die Künstlerin Daisy Gold kennen.

Die Magie kehrte in mein Leben zurück. Es sind auf der einen Seite die unterschiedlichen Charaktere von uns. Ich, das ewige Kind, wie Peter Pan. Und auf der anderen Seite Daisy, mit ihrer praktischen, fast perfekt organisierten Art. Das macht unsere Zusammenarbeit so abwechslungsreich und interessant.

Denn beide sind wir in unseren Gedanken so voll von Fantasie, sehen oft dieselben fantastischen Bilder vor Augen. Wir haben die gleiche Wellenlänge und somit das großartige Potenzial wirklich kreative Bilder und Welten zu schaffen. Und ganz egal, ob es autarke oder gemeinsame Werke sind.

Das Besondere an unserer Zusammenarbeit ist, dass es gelingt unsere Gedanken abzustimmen und soweit in Einklang zu bringen um an einem gemeinsamen Werk arbeiten zu können. Daraus entsteht nicht eine Summe von Ideen, sondern vielmehr ein neues Drittes.

„Aus eins und eins wird mehr als zwei!“

Es gibt sie, die „magischen Momente“. Aus einem kleinen Experiment entwickelt sich plötzlich etwas ganz Großes. Ein neues Thema.

So entstand unter anderem eine „Ziegelwand“ aus 80 kleinen, unterschiedlichst bemalten Leinwänden. Oder jene fantastischen Strukturen von Gegenständen, die wir auf Körper projizierten. Auch das Verhalten von Wasser in Bewegung, Eis während des Schmelz–prozesses hat uns inspiriert und wurde im Nahbereich festgehalten.

Wichtig ist uns das Experimentieren, Lernen und Weiterentwickeln auf der ständigen Suche nach Neuem. Und vor allem darf die Freude und der Spass nicht zu kurz kommen.